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Pflegestärkungsgesetz


Das Wichtigste - einfach erklärt

Am 01.01.2017 ist das Pflegestärkungsgesetz II – mit grundlegenden Veränderungen und zahlreichen Verbesserungen für die Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz – in Kraft getreten. Die wichtigsten Informationen dazu finden Sie in den Filmen

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(Alzheimer-) Demenz - was ist das?

Hier erhalten Sie einen ersten Überblick über die Alzheimer und andere Demenzformen.

Ist das schon Alzheimer oder noch "normale" Vergesslichkeit?

Ist das schon Alzheimer oder noch "normale" Vergesslichkeit?

Besonders zum Anfang einer Erkrankung ist es schwer, eine "normale Vergesslichkeit" von einer Demenz abzugrenzen.

Jeder Mensch vergisst einmal etwas. Sich etwas merken zu können ist auch abhängig von der momentanen seelischen und geistigen Belastung des Einzelnen, seiner Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit.

Vergesslichkeit kommt in jedem Alter vor, wobei durchaus mit zunehmenden Lebensjahren eine verstärkte Vergesslichkeit nichts ungewöhnliches ist. Dies hängt mit biologischen Abläufen zusammen, die sich im Alter einfach verlangsamen und einschränken.

Nicht jede Vergesslichkeit ist also mit einer beginnenden Demenz gleichzusetzen und solange keine weiteren Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit hinzukommen, gibt es keinen Grund zur Sorge.

In Abgrenzung zur "normalen" Vergesslichkeit weisen Menschen, die tatsächlich an einer Demenz leiden, jedoch einige typische Merkmale auf. Vor allem treten im Verlauf der Erkrankung immer mehrere und zunehmend stärker ausgeprägte Symptome in Erscheinung.

Alzheimer oder "normale" Vergesslichkeit?

Was unterscheidet Störungen des Gedächtnisses im Rahmen der Alzheimer Demenz also von der normalen Vergesslichkeit im Alter?

Anhand der folgenden Beispiele können Sie erkennen, wie sich Gedächtnisstörungen bei der Alzheimer Demenz von der "normalen" Vergesslichkeit unterscheiden.

1. Namen vergessen

Wenn ein normal Vergesslicher den Namen einer Person oder eines Gegenstandes vergisst, erinnert er sich in der Regel später daran. Menschen mit einer Alzheimer Demenz vergessen aber die Person an sich, an deren Namen sie sich erinnern wollten.

2. Verlegen von Gegenständen

Verlegt jemand einen Gegenstand wie z.B. seine Schlüssel, ist das gesunde Gehirn in der Lage, ihn zu finden, indem es Schritt für Schritt zurückdenkt. Menschen mit Alzheimer erinnern sich nicht an das letzte Mal, an dem sie ihre Schlüssel in der Hand hielten. Oder sie stricken sich ihre eigene Geschichte, wie sie die Schlüssel verloren haben könnten.

3. Geschichten und Geschehnisse

Während viele Menschen Abschnitte von Geschichten oder unwichtige Fakten eines Geschehnisses vergessen, erinnern sich Menschen mit einer Alzheimer Demenz weder an die Geschichten noch an die Geschehnisse selbst.

4. Kurzzeitgedächtnis

In der Regel vergisst das Gehirn eher Ereignisse, die vor langer Zeit passierten als Ereignisse, die vor kurzem stattfanden. Dagegen vergessen Menschen mit Alzheimer meistens, was einige Minuten zuvor geschah.

5. Gedächtnishilfen

Normal vergessliche Menschen nutzen Gedächtnisstützen und Merkzettel besser als Menschen mit Alzheimer.

6. Orientierung

"Normal" Vergessliche verlieren nie die Fähigkeit, sich selbst zu orientieren. Zum Beispiel ist es durchaus normal, beim ersten Aufwachen in einer neuen oder ungewohnten Umgebung zu vergessen, wie man dorthin gelangte oder wo man sich befindet. Aber "normal" Vergessliche wissen sich zu behelfen, indem sie im Raum herumschauen, nach draußen sehen und nach Hinweisen zum Aufenthaltsort suchen. Menschen mit Alzheimer verlieren die Fähigkeit zu suchen und Hinweise zu verwenden, die sie bei der Orientierung unterstützen.

7. Wiederholungen

Es kann vorkommen, dass "normal" vergessliche Menschen entfernten Freunden noch einmal die gleiche Geschichte erzählen. Menschen mit Alzheimer Demenz erzählen die gleiche Geschichte mehrmals innerhalb einer Stunde derselben Person

(nach: Gwyther LP. Care of Alzheimer’s patients: A Manual for Nursing Home Staff. Amoridan Health Care Association and Alzheimer's Disease and Related Disorders Association, Washington DC, 1985)

Der Unterschied zwischen "Alzheimer" und "Demenz" - Welche Formen von Demenzerkrankungen gibt es?

Der Unterschied zwischen "Alzheimer" und "Demenz" - Welche Formen von Demenzerkrankungen gibt es?

Bedeutet "Alzheimer" und "Demenz" das Gleiche?

Nein, aber es hat viel miteinander zu tun: Demenzerkrankungen sind hirnorganische Leistungs- und Funktionsstörungen, von denen die Alzheimer Demenz mit rund 70% aller Fälle die häufigste Form ist. Neben vielen eher seltenen anderen Demenzerkrankungen ist noch die so genannte vaskuläre, also gefäßbedingte Demenz von Bedeutung. Relativ häufig ist auch die Frontotemporale Demenz, die vor allem schon bei jüngeren Menschen auftritt.

Es gilt also: Jeder Mensch, der Alzheimer hat, ist dement. Aber nicht jeder demente Mensch hat Alzheimer! Die Unterscheidung ist in Bezug auf die Therapie sehr wichtig, es muss also unbedingt eine klare Diagnose stattfinden.

Welche anderen Erkrankungen ähneln der Alzheimer Demenz?

  • Vaskuläre Demenz

Durchblutungsstörungen des Gehirns stehen mit etwa 15% an zweiter Stelle der möglichen Ursachen einer Demenz. Sie kann zum Beispiel nach einem Schlaganfall und auch als Mischform, d.h. in Verbindung mit einer Alzheimer Demenz auftreten. Aufgrund ihrer Häufigkeit und einer anderen medizinischen Behandlungsweise ist die Unterscheidung von der Alzheimer Krankheit von großer Bedeutung.

Weitere Informationen zu diese Demenzform erhalten Sie hier.

  • Frontotemporale Demenz

An dieser Form, auch "Pick'sche Krankheit" genannt, leiden etwa 3-9% aller an Demenz erkrankten Menschen.
Es kommt dabei zu Veränderungen des Gehirns, bei denen es zu einem Nervenzelluntergang in den Arealen hinter der Stirn und in den Schläfenlappen kommt. Während die Alzheimer Demenz überwiegend eine Krankheit des hohen und sehr hohen Lebensalters ist, erkranken an der Frontotemporalen Demenz häufig jüngere Menschen.

Weitere Informationen zu dieser Demenzform erhalten Sie hier.

  • Lewy-Körper-Demenz

Bei dieser Demenzform sind sowohl bestimmte Abschnitte der Hirnrinde als auch Zentren, die der Steuerung von Bewegungsabläufen dienen, von einem Abbau betroffen. Sie ist also durch eine Störung des Denkvermögens bei gleichzeitiger Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit gekennzeichnet.

Weitere Informationen zu dieser Demenzform erhalten Sie hier.

  • Depression

Im Rahmen einer depressiven Erkrankung treten nicht selten Störungen von Gedächtnis, Konzentration und Denkvermögen auf. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer "Pseudodemenz". Die Gefahr einer Fehldiagnose ist hier besonders hoch, da die Symptome der Depression schnell mit einem altersbedingten Abbauprozess oder einer beginnenden Alzheimer Demenz verwechselt werden. Den Betroffenen wird so die Chance genommen, durch entsprechende medikamentöse Behandlung der Depression eine Verbesserung ihrer Situation zu erreichen.

  • Andere Erkrankungen des Gehirns

Eine Reihe anderer Erkrankungen des Gehirns, die teilweise mit einem Hirnabbau verbunden sind, können Symptome einer Demenz hervorrufen. Einige dieser Erkrankungen sind gut zu behandeln, so dass eine Chance auf langfristige Besserung besteht.

  • Weitere Erkrankungen

Auch gesundheitliche Probleme, die nicht in erster Linie das Gehirn betreffen, können der Alzheimer Demenz ähneln. Zum Teil ist es möglich, die Beschwerden durch eine Behandlung der Grunderkrankung zu bessern.  

  • Hormonstörungen
    Bei einer Unterfunktion der Schilddrüsen oder einer Funktionsstörung der Nebenschilddrüse kann es zu einer zunehmenden Verlangsamung der Aufmerksamkeitsfähigkeit, der Sprache und des Gedächtnisses kommen. Durch die Gabe entsprechender Schilddrüsenhormone lassen sich die Sypmtome beheben. 
  • Vitaminmangel
    Vitamin B12 ist unverzichtbar für das Funktionieren des Nervensystems. Ein Mangel an Vitamin B12 führt nach anfänglichen körperlichen Beschwerden mittelfristig auch zu einer Demenz, die in ihren Symptomen der Alzheimer Demenz ähnelt. Wird der Patient mit den entsprechenden Vitamingaben behandelt, klingen die Symptome in kurzer Zeit ab.
  • Stoffwechselentgleisung
    Starke Unterzuckerung und chronische Leber- oder Nierenschwäche können Symptome einer Demenz hervorrufen. Auch der Mangel an Flüssigkeit ("Dehydratation") durch eine zu geringe Trinkmenge kann die Symptome einer Demenz verursachen oder verstärken.
  • Sauerstoffmangel
    Wenn das Gehirn zu wenig Sauerstoff erhält, z.B. nach einem Versagen von Herz und Atmung, können Symptome einer Demenz entstehen.  
  • Alkoholmissbrauch
    Durch langjährigen und exzessiven Missbrauch von Alkohol kann es zu schwerwiegenden Schäden am Gehirn kommen. Dabei wird die Funktionsfähigkeit, etwa das Denkvermögen, die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis und die räumliche Orientierungsfähigkeit, erheblich beeinträchtigt. Zudem kann es durch Vitamin-B1-Mangel bei Mangelernährung im Rahmen eines exzessiven Alkoholkonsums zu einer Demenz kommen, die sich in Verwirrtheitszuständen äußert ("Korsakow-Syndrom").

Alzheimer – ein erster Überblick

Alzheimer – ein erster Überblick

Die Alzheimer Demenz ist ein langsam fortschreitender Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten. Er betrifft vor allem jene Abschnitte des Gehirns, die für Gedächtnis, Denkvermögen, Sprache und Orientierungsfähigkeit wichtig sind. Der Prozess beginnt viele Jahre vor dem Auftreten der ersten klinischen Krankheitssymptome.

Obwohl die Alzheimer Demenz ganz überwiegend im höheren Alter auftritt, ist sie nicht zwingend Teil eines natürlichen Alterungsprozesses – Menschen können sehr wohl sehr alt werden und dabei hirnorganisch gesund bleiben. Allerdings steigt das Risiko einer Demenzerkrankung mit dem eigenen Alter ständig an. Es gibt aktuell keine Heilungschancen, aber sehr wohl medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen, die den Verlauf und die subjektive Lebensqualität positiv beeinflussen können.

1906 wurde die Krankheit erstmalig durch den deutschen Arzt Alois Alzheimer beschrieben, der die typischen Symptome und Veränderungen im Gehirn bei seiner Patientin Auguste Deter beobachtet und erforscht hatte und nach dem die Krankheit schließlich benannt wurde.


Stadien einer Alzheimer Demenz

Die in den folgenden Abschnitten genannten Merkmale müssen nicht bei allen Betroffenen auftreten, sind jedoch häufige und typische Zeichen jedes Stadiums.


Stadium der leichten kognitiven Störung

Noch keine Demenz, sondern ein Vorstadium mit folgenden möglichen Merkmalen:

  • Störungen bei der Speicherung und der Abruffähigkeit von Informationen
  • Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit und der optisch-räumlichen Informationsverabeitung
  • Einsicht in eigene Einschränkungen nahezu vollständig – aber oft verbunden mit dem Versuch, die eigenen Einschränkungen nach außen hin zu überspielen (Angst vor Bevormundung, Fremdbestimmung und Ausgrenzung)
  • Funktionsfähigkeit im Alltag ist erhalten, jedoch Schwierigkeiten bei komplizierten Tätigkeiten
  • Keine Einschränkung der Entscheidungsfähigkeit bei Rechtsgeschäften und Vorausverfügungen

Leichtgradige Demenz

  • Fähigkeit, neue Informationen zu speichern, geht verloren
  • Nur noch bruchstückhafte Erinnerung an kurz zurückliegende Ereignisse
  • Verlegen von Gegenständen, vergessen von Terminen
  • Störung des planenden und organisierenden Denkens
  • Wortfindungsstörungen und Defizite in der räumlichen und zeitlichen Orientierung
  • Urteils- und Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt, aber nicht aufgehoben
  • Selbständige Erledigung von Alltagsaufgaben gelingt noch, anspruchsvollere Tätigkeiten oft nur mit Unterstützung möglich
  • Fahrtüchtigkeit kann eingeschränkt sein
  • Einsicht in eigene Einschränkungen in der Regel vorhanden, meist verbunden mit Schamgefühlen etc. (siehe oben)
  • Entsprechend Versuch, die Demenz zu vertuschen oder zu verdrängen
  • Starke Stimmungsschwankungen, Antriebsmangel und Depressionen möglich

Mittelschwere Demenz

  • Zunehmende Einschränkung von Gedächtnis, Denkvermögen und Orientierungsfähigkeit
  • Selbständige Lebensführung wird schließlich unmöglich
  • Verlust des Zeitgefühls; Tageszeit und Datum werden durcheinander gebracht
  • Verlust der räumlichen Orientierung auch im häuslichen Umfeld
  • Auch länger zurückliegende Erinnerungen verblassen
  • Störung der Sprache
  • Verlust der Einsicht in demenzbedingte Einbußen und Veränderungen
  • Angehörige werden nicht mehr erkannt, eigene biografische Fakten werden vergessen
  • Leben in der Vergangenheit, oft in der jungen Erwachsenenzeit
  • Häufig Verhaltensänderung, z.B. hochgradige Unruhe, gereiztes und aggressives, oder auch stark depressives Verhalten – oft aber Folge eines falschen Umgangs!
  • Wahnhafte Überzeugungen (z.B. bestohlen worden zu sein)
  • Gegen Ende dieser Phase bei manchen Betroffenen Inkontinenz.

Schwere Demenz

  • Hochgradiger geistiger Abbau
  • Sprache beschränkt sich auf wenige Wörter oder versiegt ganz
  • Der Betroffene ist bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens auf Hilfe angewiesen
  • In der Regel keine Kontrolle mehr über Darm und Blase sowie über die Körperhaltung
  • Verlust der Mobilität
  • Anfälligkeit für Infektionen steigt, dadurch Gefahr einer letztendlich tödlichen Erkrankung, vor allem einer Lungenentzündung. Die Alzheimer Demenz selber führt nicht zum Tod.

Eine detailliertere Beschreibung der Phasen einer Alzheimer Demenz finden Sie in dem Artikel "Wie verläuft eine Alzheimer Demenz?"

Einen weiteren ersten Überblick über das Thema bietet der Artikel "Alzheimer und andere Demenzerkrankungen" sowie der kompakte, kostenlose Ratgeber unseres Bundesverbandes, der Deutschen Alzheimer Gesellschaft "Demenz.Das Wichtigste".

Im Magazin "ZEIT-Wissen" (1/2011) schreiben die Autorinnen Ulrike Meyer-Timpe und Christine Böhringer in ihrem Artikel "Demenz - Unheilbares Vergessen" gut verständlich über die Formen der Demenz, Diagnose, Therapiemöglichkeiten und die Folgen der wachsenden Zahl von Menschen mit Demenz für die Gesellschaft.

Alzheimer - was passiert im Gehirn?

Alzheimer - was passiert im Gehirn?

Welche medizinischen Vorgänge sich in einem Gehirn bei einer Alzheimer Demenz abspielen, können Sie in den folgenden Beiträgen nachlesen.

Alzheimer - warum wir im Alter an Demenz erkranken 

Zu diesem Thema referierte Prof. Dr. Christian Haass von der Ludwig-Maximilians-Universität München bei unserer monatlichen Vortragsreihe in Stuttgart.

Die neurobiologischen Grundlagen der Alzheimer-Krankheit

Ein Informationsblatt der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Konkrete Warnsymptome

Konkrete Warnsymptome

Die zehn Warnsymptome

Die Alzheimer-Gesellschaft der USA hat die folgende Checkliste mit zehn charakteristischen Symptomen bzw. Warnsignalen entwickelt.

Dabei müssen nicht alle Symptome bei einem erkrankten Menschen zugleich und zu Beginn auftreten. Wie bei den meisten Erkrankungen ist auch der Verlauf einer Alzheimer Demenz in einem gewissen Maß beeinflusst von den bisherigen Lebensumständen des Betroffenen. Sein Gesundheitsbewußtsein (Ernährung, Bewegung) und damit verbunden seine körperliche Verfassung, sein Bildungsniveau und seine Persönlichkeit können Einfluß auf die Symptome der Erkrankung haben.

Wer bei sich oder einem Mitglied der Familie mehrere der folgenden Anzeichen wieder erkennt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen.

1. Vergesslichkeit

Jeder vergisst mal etwas und erinnert sich dann wieder. Menschen mit einer Alzheimer Demenz vergessen häufig, erinnern sich nicht mehr und fragen immer wieder dieselben Fragen, obwohl sie schon eine Antwort erhalten haben.

2. Schwierigkeiten bei Alltagsaktivitäten

Betroffene können z. B. ein Essen kochen, vergessen dann aber, es zu servieren oder dass sie es je gekocht haben.

3. Sprachverarmung

Betroffene vergessen einfache Ausdrücke oder verwenden falsche Bezeichnungen, so dass sie kaum zu verstehen sind. Sie sagen z. B. "das Ding für meinen Mund" statt "Zahnbürste".

4. Keine örtliche und zeitliche Orientierung

Betroffene verirren sich in ihrer vertrauten Umgebung, z. B. Wohngegend, vergessen, wie sie zu ihrem derzeitigen Standort gekommen sind und wie sie wieder nach Hause finden.

5. Probleme bei der Beurteilung von Situationen

Auch ein gesunder Erwachsener kann für einen Moment vergessen, auf ein Kind unter seiner Obhut aufzupassen. Ein Mensch mit Alzheimer vergisst das Kind möglicherweise völlig und verlässt das Haus. Oder er zieht an einem warmen Tag mehrere Hemden und Pullis an oder kann nicht mehr mit Geld umgehen.

6. Probleme beim abstrakten Denken

Jeder vergisst mal eine Telefonnummer, aber er kann sie in einem Verzeichnis nachschlagen. Ein Betroffener weiß nicht mehr, was diese Nummern bedeuten und was er mit ihnen machen kann.

7. Verlegen von Gegenständen

Ein Betroffener kann sogar Dinge an völlig ungeeignete Plätze "aufräumen", z.B. ein Bügeleisen in die Tiefkühltruhe oder eine Armbanduhr in die Zuckerdose - und wird sie nicht wiederfinden.

8. Schwankungen der Stimmung und des Verhaltens

Jeder hat mal einen schlechten Tag, aber Mensch mit Alzheimer neigen ganz besonders zu abrupten Stimmungswechseln: Innerhalb weniger Minuten von Ausgeglichenheit über Tränen bis hin zu grundlosen Wutausbrüchen.

9. Veränderungen der Persönlichkeit

Jeder verändert mit der Zeit ein wenig seine Persönlichkeit. Ein Mensch mit Alzheimer verändert sich jedoch dramatisch und reagiert oft der Situation unangemessen, leicht reizbar, ängstlich, misstrauisch oder auch distanzlos.

10. Mangel von Antrieb und Initiative

Betroffene verlieren oft ihre Energie, werden inaktiv und nehmen nur noch widerwillig an gesellschaftlichen oder anderen Aktivitäten teil. Sie können beispielsweise über Stunden teilnahmslos vor dem Fernseher sitzen. 

(Modifiziert nach: Alzheimer’s Disease and Related Disorders Association, 2002.)

Häufigkeit und Dauer der Alzheimer Demenz

Häufigkeit und Dauer der Alzheimer Demenz

Trifft die Alzheimer Demenz nur einige wenige Mitmenschen, oder geht sie uns alle an? Und wie lange dauert die Krankheit, wenn sie erst einmal erkannt ist?

Dramatischer Anstieg der Demenzerkrankungen

Schon jetzt sind rund 194.700 Menschen in Baden-Württemberg und 1,6 Millionen in Deutschland an einer Demenz erkrankt. Auf Grund unserer demographischen Entwicklung kann von einem weiteren Anstieg der Alzheimer- und sonstigen Demenzerkrankungen ausgegangen werden – gerechnet wird mit einer Verdoppelung der Erkrankungszahlen auf ca. 3,0 Mio. in Deutschland bis zur Mitte des Jahrhunderts, wenn kein Durchbruch in der Therapie gelingt. Dabei ist das größte Risiko, an Alzheimer zu erkranken, schlicht und einfach das eigene Alter.

Hierzu einige wenige Zahlen:

  • Weltweit leiden rund 3 % der Bevölkerung über 60 Jahre an der Alzheimer Demenz.
  • In Deutschland leben gegenwärtig rund 1,6 Millionen Menschen mit einer Demenz, davon ca. 2/3 mit einer Alzheimer Demenz.
  • Erkrankt sind 0,1 % der unter 65-Jährigen, bis zu 10 % der über 65-Jährigen und mehr als 47 % der über 85-Jährigen.

Erkrankungsdauer ist häufig abhängig vom Lebensalter

Die Erkrankungsdauer im manifesten Stadium – d.h. wenn die Krankheit als solche erkannt und diagnostiziert ist – liegt bei ca. 8-12 Jahren. Das ist allerdings ein rein statistischer Mittelwert: ein vergleichsweise junger und ansonsten weitgehend gesunder Mensch kann durchaus 15 und mehr Jahre mit seiner Demenz leben, bis er letztlich an ihren Folgen stirbt. Umgekehrt erleben die meisten Menschen, die erst spät an einer Demenz erkranken, die fortgeschrittenen Stadien ihrer Demenzerkrankung gar nicht mehr – sie sterben vorher auf Grund ihres biologischen Alters oder eben auch an anderen Erkrankungen. Damit hat ihre Demenzerkrankung vielleicht bloß kurze Zeit gedauert. Beide Zahlen fließen aber in den statistischen Mittelwert mit ein, der deswegen absolut betrachtet kaum Sinn macht.

Lange Vorlaufzeit der Erkrankung bis zur Diagnose

Darüber hinaus hat eine Demenzerkrankung eine sehr lange Vorlaufzeit: in der so genannten Latenzphase, die dem Betroffenen und seinem Umfeld verborgen bleibt, zerstört die Krankheit bereits in einem schleichenden Prozess einen Großteil des Gehirns. Die Dauer einer Demenzerkrankung kann aber natürlich erst ab dem manifesten Stadium definiert werden, also wenn die Krankheit akut und diagnostiziert ist.

Ein Informationsblatt der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zum Thema "Die Epidemiologie der Demenz", das über Häufigkeit der Erkrankung und die Entwicklung der Krankenzahlen Auskunft gibt, finden Sie hier.

"Kleiner Ratgeber für Menschen mit Gedächtnisstörungen und ihre Angehörigen"

"Kleiner Ratgeber für Menschen mit Gedächtnisstörungen und ihre Angehörigen"

Kompakte Hilfestellung

Das Datum von heute zu vergessen, das Wort, das man sagen möchte, suchen zu müssen und vielleicht im Einkaufszentrum nicht mehr zu wissen, was man eigentlich einkaufen wollte – das verunsichert!

Der "kleine Ratgeber für Menschen mit Gedächtnisstörungen und ihre Angehörigen" von Günther Schwarz zeigt in einem ersten Schritt auf, wie eine medizinische Abklärung erfolgt. Ist der Mensch tatsächlich an einer Alzheimer Demenz erkrankt oder liegen andere Ursachen zugrunde?

Er geht danach auf die Entstehung einer Demenzerkrankung ein sowie darauf, was man selbst tun kann, um den Verlauf der Erkrankung zu verzögern.

Ganz konkret benennt der Ratgeber auch Hilfestellungen für die Zeit nach der Diagnosestellung, wie man der zunehmenden Vergesslichkeit im Alltag begegnen kann.

Sie erhalten den "Kleinen Ratgeber für Menschen mit Gedächtnisstörungen" hier als Download oder können ihn bestellen bei Günther Schwarz, Alzheimer Beratung der Ev. Gesellschaft Stuttgart, Tel. 0711 / 20 54-374, Mail: guenther.schwarz(at)eva-stuttgart.de (1 € + 3 € VK).


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