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(auch in Kooperation)

Hier erhalten Sie einen ersten Überblick über die Alzheimer Krankheit und andere Demenzformen.
Besonders zum Anfang einer Erkrankung ist es schwer, eine „normale Vergesslichkeit“ von einer Alzheimer Demenz abzugrenzen.
Jeder Mensch vergisst einmal etwas. Sich etwas merken zu können ist auch abhängig von der momentanen seelischen und geistigen Belastung des Einzelnen, seiner Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit.
Vergesslichkeit kommt in jedem Alter vor, wobei durchaus mit zunehmenden Lebensjahren eine verstärkte Vergesslichkeit nichts ungewöhnliches ist. Dies hängt mit biologischen Abläufen zusammen, die sich im Alter einfach verlangsamen und einschränken.
Nicht jede Vergesslichkeit ist also mit einer beginnenden Alzheimer Demenz gleichzusetzen und solange keine weiteren Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit hinzukommen, gibt es keinen Grund zur Sorge.
In Abgrenzung zur "normalen" Vergesslichkeit weisen Menschen, die tatsächlich an der Alzheimer Demenz leiden, jedoch einige typische Merkmale auf. Vor allem treten im Verlauf der Erkrankung immer mehrere und zunehmend stärker ausgeprägte Symptome in Erscheinung.
Was unterscheidet Störungen des Gedächtnisses im Rahmen der Alzheimer Demenz also von der normalen Vergesslichkeit im Alter?
Anhand der folgenden Beispiele können Sie erkennen, wie sich Gedächtnisstörungen bei der Alzheimer Demenz von der "normalen" Vergesslichkeit unterscheiden.
Wenn ein normal Vergesslicher den Namen einer Person oder eines Gegenstandes vergisst, erinnert er sich in der Regel später daran. Menschen mit einer Alzheimer Demenz vergessen aber die Person an sich, an deren Namen sie sich erinnern wollten.
Verlegt jemand einen Gegenstand wie z.B. seine Schlüssel, ist das gesunde Gehirn in der Lage, ihn zu finden, indem es Schritt für Schritt zurückdenkt. Alzheimer-Patienten erinnern sich nicht an das letzte Mal, an dem sie ihre Schlüssel in der Hand hielten. Oder sie stricken sich ihre eigene Geschichte, wie sie die Schlüssel verloren haben könnten.
Während viele Menschen Abschnitte von Geschichten oder unwichtige Fakten eines Geschehnisses vergessen, erinnern sich Menschen mit einer Alzheimer Demenz weder an die Geschichten noch an die Geschehnisse selbst.
In der Regel vergisst das Gehirn eher Ereignisse, die vor langer Zeit passierten als Ereignisse, die vor kurzem stattfanden. Dagegen vergessen Menschen mit Alzheimer meistens, was einige Minuten zuvor geschah.
Normal vergessliche Menschen nutzen Gedächtnisstützen und Merkzettel besser als Alzheimer-Patienten.
"Normal" Vergessliche verlieren nie die Fähigkeit, sich selbst zu orientieren. Zum Beispiel ist es durchaus normal, beim ersten Aufwachen in einer neuen oder ungewohnten Umgebung zu vergessen, wie man dorthin gelangte oder wo man sich befindet. Aber "normal" Vergessliche wissen sich zu behelfen, indem sie im Raum herumschauen, nach draußen sehen und nach Hinweisen zum Aufenthaltsort suchen. Alzheimer-Patienten verlieren die Fähigkeit zu suchen und Hinweise zu verwenden, die sie bei der Orientierung unterstützen.
Es kann vorkommen, dass "normal" vergessliche Menschen entfernten Freunden noch einmal die gleiche Geschichte erzählen. Menschen mit Alzheimer Demenz erzählen die gleiche Geschichte mehrmals innerhalb einer Stunde derselben Person
(nach: Gwyther LP. Care of Alzheimer’s patients: A Manual for Nursing Home Staff. Amoridan Health Care Association and Alzheimer's Disease and Related Disorders Association, Washington DC, 1985)
Nein, aber es hat viel miteinander zu tun: Demenzerkrankungen sind hirnorganische Leistungs- und Funktionsstörungen, von denen die Alzheimer Demenz mit rund 70 % aller Fälle die häufigste Form ist. Neben vielen eher seltenen anderen Demenzerkrankungen ist noch die so genannte vaskuläre, also gefäßbedingte Demenz von Bedeutung. Relativ häufig ist auch die Frontotemporale Demenz, die vor allem schon bei jüngeren Menschen auftritt.
Es gilt also: Jeder Mensch, der Alzheimer hat, ist dement. Aber nicht jeder demente Mensch hat Alzheimer! Die Unterscheidung ist in Bezug auf die Therapie sehr wichtig, es muss also unbedingt eine klare Diagnose stattfinden.
Durchblutungsstörungen des Gehirns stehen mit etwa 15 % an zweiter Stelle der möglichen Ursachen einer Demenz. Sie kann zum Beispiel nach einem Schlaganfall und auch als Mischform, d.h. in Verbindung mit einer Alzheimer Demenz auftreten. Aufgrund ihrer Häufigkeit und einer anderen medizinischen Behandlungsweise ist die Unterscheidung von der Alzheimer Krankheit von großer Bedeutung.
Weitere Informationen zu diese Demenzform erhalten Sie hier.
An dieser Form, auch "Pick'sche Krankheit" genannt, leiden etwa 3-9% aller an Demenz erkrankten Menschen.
Es kommt dabei zu Veränderungen des Gehirns, bei denen es zu einem Nervenzelluntergang in den Arealen hinter der Stirn und in den Schläfenlappen kommt. Während die Alzheimer Demenz überwiegend eine Krankheit des hohen und sehr hohen Lebensalters ist, erkranken an der Frontotemporalen Demenz häufig jüngere Menschen.
Weitere Informationen zu dieser Demenzform erhalten Sie hier.
Bei dieser Demenzform sind sowohl bestimmte Abschnitte der Hirnrinde als auch Zentren, die der Steuerung von Bewegungsabläufen dienen, von einem Abbau betroffen. Sie ist also durch eine Störung des Denkvermögens bei gleichzeitiger Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit gekennzeichnet.
Weitere Informationen zu dieser Demenzform erhalten Sie hier.
Im Rahmen einer depressiven Erkrankung treten nicht selten Störungen von Gedächtnis, Konzentration und Denkvermögen auf. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer "Pseudodemenz". Die Gefahr einer Fehldiagnose ist hier besonders hoch, da die Symptome der Depression schnell mit einem altersbedingten Abbauprozess oder einer beginnenden Alzheimer Demenz verwechselt werden. Den Betroffenen wird so die Chance genommen, durch entsprechende medikamentöse Behandlung der Depression eine Verbesserung ihrer Situation zu erreichen.
Eine Reihe anderer Erkrankungen des Gehirns, die teilweise mit einem Hirnabbau verbunden sind, können Symptome einer Demenz hervorrufen. Einige dieser Erkrankungen sind gut zu behandeln, so dass eine Chance auf langfristige Besserung besteht.
Auch gesundheitliche Probleme, die nicht in erster Linie das Gehirn betreffen, können der Alzheimer Demenz ähneln. Zum Teil ist es möglich, die Beschwerden durch eine Behandlung der Grunderkrankung zu bessern.
Die Alzheimer Demenz ist ein sehr langsam fortschreitender Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten. Er betrifft vor allem jene Abschnitte des Gehirns, die für Gedächtnis, Denkvermögen, Sprache und Orientierungsfähigkeit wichtig sind. Der Prozess beginnt viele Jahre vor dem Auftreten der ersten klinischen Krankheitssymptome.
Alzheimer ist nicht Teil eines natürlichen Alterungsprozesses, sondern eine Erkrankung, deren Symptome behandelt werden sollten!
1906 wurde die Krankheit erstmalig durch den deutschen Arzt Alois Alzheimer beschrieben, der die typischen Symptome und Veränderungen im Gehirn bei seiner Patientin Auguste Deter beobachtet und erforscht hatte und nach dem die Krankheit schließlich benannt wurde.
Die in den folgenden Abschnitten genannten Merkmale müssen nicht bei allen Betroffenen auftreten, sind jedoch häufige und typische Zeichen jedes Stadiums.
Stadium der leichten kognitiven Störung
Leichtgradige Demenz
Mittelschwere Demenz
Schwere Demenz
Eine detailliertere Beschreibung der Phasen einer Alzheimer Demenz finden Sie in dem Artikel "Wie verläuft eine Alzheimer Demenz?"
Einen weiteren ersten Überblick über das Thema bietet der Artikel "Alzheimer und andere Demenzerkrankungen".
Im Magazin "ZEIT-Wissen" (1/2011) schreiben die Autorinnen Ulrike Meyer-Timpe und Christine Böhringer in ihrem Artikel "Demenz - Unheilbares Vergessen" gut verständlich über die Formen der Demenz, Diagnose, Therapiemöglichkeiten und die Folgen der wachsenden Zahl von Menschen mit Demenz für die Gesellschaft.
Welche medizinischen Vorgänge sich in einem Gehirn bei einer Alzheimer Demenz abspielen, können Sie in den folgenden Beiträgen nachlesen.
Zu diesem Thema referierte Prof. Dr. Christian Haass von der Ludwig-Maximilians-Universität München bei unserer monatlichen Vortragsreihe in Stuttgart.
Ein Informationsblatt der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.
Die Alzheimer-Gesellschaft der USA hat die folgende Checkliste mit zehn charakteristischen Symptomen bzw. Warnsignalen entwickelt.
Dabei müssen nicht alle Symptome bei einem erkrankten Menschen zugleich und zu Beginn auftreten. Wie bei den meisten Erkrankungen ist auch der Verlauf einer Alzheimer Demenz in einem gewissen Maß beeinflusst von den bisherigen Lebensumständen des Betroffenen. Sein Gesundheitsbewußtsein (Ernährung, Bewegung) und damit verbunden seine körperliche Verfassung, sein Bildungsniveau und seine Persönlichkeit können Einfluß auf die Symptome der Erkrankung haben.
Wer bei sich oder einem Mitglied der Familie mehrere der folgenden Anzeichen wieder erkennt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Jeder vergisst mal etwas und erinnert sich dann wieder. Menschen mit einer Alzheimer Demenz vergessen häufig, erinnern sich nicht mehr und fragen immer wieder dieselben Fragen, obwohl sie schon eine Antwort erhalten haben.
Betroffene können z. B. ein Essen kochen, vergessen dann aber, es zu servieren oder dass sie es je gekocht haben.
Betroffene vergessen einfache Ausdrücke oder verwenden falsche Bezeichnungen, so dass sie kaum zu verstehen sind. Sie sagen z. B. "das Ding für meinen Mund" statt "Zahnbürste".
Betroffene verirren sich in ihrer vertrauten Umgebung, z. B. Wohngegend, vergessen, wie sie zu ihrem derzeitigen Standort gekommen sind und wie sie wieder nach Hause finden.
Auch ein gesunder Erwachsener kann für einen Moment vergessen, auf ein Kind unter seiner Obhut aufzupassen. Ein Alzheimer-Patient vergisst das Kind möglicherweise völlig und verlässt das Haus. Oder er zieht an einem warmen Tag mehrere Hemden und Pullis an oder kann nicht mehr mit Geld umgehen.
Jeder vergisst mal eine Telefonnummer, aber er kann sie in einem Verzeichnis nachschlagen. Ein Betroffener weiß nicht mehr, was diese Nummern bedeuten und was er mit ihnen machen kann.
Ein Betroffener kann sogar Dinge an völlig ungeeignete Plätze "aufräumen", z. B. ein Bügeleisen in die Tiefkühltruhe oder eine Armbanduhr in die Zuckerdose - und wird sie nicht wieder finden.
Jeder hat mal einen schlechten Tag, aber Alzheimer-Patienten neigen ganz besonders zu abrupten Stimmungswechseln: Innerhalb weniger Minuten von Ausgeglichenheit über Tränen bis hin zu grundlosen Wutausbrüchen.
Jeder verändert mit der Zeit ein wenig seine Persönlichkeit. Ein Alzheimer-Patient verändert sich jedoch dramatisch und reagiert oft der Situation unangemessen, leicht reizbar, ängstlich, misstrauisch oder auch distanzlos.
Betroffene verlieren oft ihre Energie, werden inaktiv und nehmen nur noch widerwillig an gesellschaftlichen oder anderen Aktivitäten teil. Sie können beispielsweise über Stunden teilnahmslos vor dem Fernseher sitzen.
(Modifiziert nach: Alzheimer’s Disease and Related Disorders Association, 2002.)
Trifft die Alzheimer Demenz nur einige wenige Mitmenschen, oder geht sie uns alle an? Und wie lange dauert die Krankheit, wenn sie erst einmal erkannt ist?
Schon jetzt sind 140.000 Menschen in Baden-Württemberg an einer Demenz erkrankt, berücksichtigt ist hier nur das mittlere und späte Stadium. Auf Grund unserer demographischen Entwicklung wird es einen dramatischen Anstieg der Alzheimer- und sonstigen Demenzkranken geben – wir rechnen mit einer Verdoppelung der Erkrankungszahlen auf ca. 2,6 Mio. bis spätestens zur Mitte des Jahrhunderts. Dabei ist das größte Risiko, an Alzheimer zu erkranken, schlicht und einfach das eigene Alter.
Hierzu einige wenige Zahlen:
Die Erkrankungsdauer im manifesten Stadium – d.h. wenn die Krankheit als solche erkannt und diagnostiziert ist – liegt bei ca. 8-12 Jahren. Das ist allerdings ein rein statistischer Mittelwert: ein vergleichsweise junger und ansonsten weitgehend gesunder Mensch kann durchaus 15 und mehr Jahre mit seiner Demenz leben, bis er letztlich an ihren Folgen stirbt. Umgekehrt erleben die meisten Menschen, die erst spät an einer Demenz erkranken, die fortgeschrittenen Stadien ihrer Demenzerkrankung gar nicht mehr – sie sterben vorher auf Grund ihres biologischen Alters oder eben auch an anderen Erkrankungen. Damit hat ihre Demenzerkrankung vielleicht bloß kurze Zeit gedauert. Beide Zahlen fließen aber in den statistischen Mittelwert mit ein, der deswegen absolut betrachtet kaum Sinn macht.
Darüber hinaus hat eine Demenzerkrankung eine sehr lange Vorlaufzeit: in der so genannten Latenzphase, die dem Betroffenen und seinem Umfeld verborgen bleibt, zerstört die Krankheit bereits in einem schleichenden Prozess einen Großteil des Gehirns. Die Dauer einer Demenzerkrankung kann aber natürlich erst ab dem manifesten Stadium definiert werden, also wenn die Krankheit akut und diagnostiziert ist.
Ein Informationsblatt der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zum Thema "Die Epidemiologie der Demenz", das über Häufigkeit der Erkrankung und die Entwicklung der Krankenzahlen Auskunft gibt, finden Sie hier.
Das Datum von heute zu vergessen, das Wort, das man sagen möchte, suchen zu müssen und vielleicht im Einkaufszentrum nicht mehr zu wissen, was man eigentlich einkaufen wollte – das verunsichert!
Der "kleine Ratgeber für Menschen mit Gedächtnisstörungen und ihre Angehörigen" von Günther Schwarz zeigt in einem ersten Schritt auf, wie eine medizinische Abklärung erfolgt. Ist der Mensch tatsächlich an einer Alzheimer Demenz erkrankt oder liegen andere Ursachen zugrunde?
Er geht danach auf die Entstehung einer Demenzerkrankung ein sowie darauf, was man selbst tun kann, um den Verlauf der Erkrankung zu verzögern.
Ganz konkret benennt der Ratgeber auch Hilfestellungen für die Zeit nach der Diagnosestellung, wie man der zunehmenden Vergesslichkeit im Alltag begegnen kann.
Sie erhalten den "Kleinen Ratgeber für Menschen mit Gedächtnisstörungen" hier als Download oder können ihn bestellen bei Günther Schwarz, Alzheimer Beratung der Ev. Gesellschaft Stuttgart, Tel. 0711 / 20 54-374, Mail: guenther.schwarz(at)eva-stuttgart.de (1 € + 3 € VK).