Start >> Demenzen >> Häufige Fragen

Pflegestärkungsgesetz


Das Wichtigste - einfach erklärt

Am 01.01.2017 ist das Pflegestärkungsgesetz II – mit grundlegenden Veränderungen und zahlreichen Verbesserungen für die Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz – in Kraft getreten. Die wichtigsten Informationen dazu finden Sie in den Filmen

  • Pflegebegutachtung mit dem MDK
  • So bereiten Sie sich auf den MDK-Besuch vor

Häufige Fragen

Aus der Praxis für die Praxis

In diesem Bereich der Website haben wir für Sie Fragen zusammen getragen, die Angehörige von Menschen mit Demenz uns oft in Gesprächen am Telefon, bei Vorträgen oder an Infoständen stellen.

Vielleicht sind auch Fragen dabei, die Sie sich schon gestellt haben. Sie finden auf viele davon hier eine Antwort. Wenn Sie noch weitere Informationen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

1. Wie kann ich erste Anzeichen erkennen, die auf die Alzheimer Krankheit hindeuten?

1. Wie kann ich erste Anzeichen erkennen, die auf die Alzheimer Krankheit hindeuten?

Die Symptome können sehr unterschiedlich sein. Typische Warnzeichen sind:

  • Vergessen von kurz zurück liegenden Ereignissen
  • Schwierigkeiten, sich in unvertrauter Umgebung zurechtzufinden
  • Probleme bei der Ausführung gewohnter Tätigkeiten
  • Nachlassendes Interesse an Arbeit oder Hobbys
  • Schwierigkeiten beim Treffen von Entscheidungen

Weitere Informationen über die ersten Anzeichen einer beginnenden Demenz erhalten Sie hier.

2. Mein Angehöriger hat Gedächtnisstörungen. Kann das schon Alzheimer sein? Wo wende ich mich hin?

2. Mein Angehöriger hat Gedächtnisstörungen. Kann das schon Alzheimer sein? Wo wende ich mich hin?

Nicht jede Gedächtnisstörung muss gleich Alzheimer oder eine andere Demenzform bedeuten. Auffälligkeiten sollten jedoch weder verharmlost noch überdramatisiert werden. Klarheit bringt nur eine gesicherte Diagnose. Zuständig sind hier:

  • Neurologen/Psychiater
  • Hausärzte mit Erfahrungen im Bereich Demenzen

In schwierigeren Fällen auch die "Gedächtnissprechstunden" bzw. Memory-Kliniken an neurologischen Kliniken. 

Regionale Informationen gibt es bei den Demenz-Beratungsstellen und den Angehörigengruppen in Ihrer Nähe.

3. Kann man wirkungsvoll gegen Alzheimer vorbeugen?

3. Kann man wirkungsvoll gegen Alzheimer vorbeugen?

Nein; es gibt leider keine gesicherten Erkenntnisse über eine sinnvolle Prophylaxe!

Ratsam erscheint in jedem Fall eine gesunde Lebensführung, d.h. körperliche und geistige Aktivität, gesunde Ernährung und eine positive soziale Einbindung.

Die zusätzliche Einnahme von Vitamin E in Verbindung mit Vitamin C wird von Wissenschaftlern unterschiedlich bewertet – schaden kann sie jedenfalls nicht! Auch Alkohol in geringen Mengen scheint eine leicht schützende Wirkung zu haben, wie dies ja auch im Zusammenhang mit manchen anderen Erkrankungen gilt.

Weitere Informationen zum Thema Risikofaktoren und Vorbeugung erhalten Sie hier

4. Welchen Sinn macht ein gezieltes Gedächtnistraining?

4. Welchen Sinn macht ein gezieltes Gedächtnistraining?

Gedächtnistraining ist vorbehaltlos für geistig gesunde Menschen zu empfehlen!

Für Menschen mit Demenz hingegen gilt grundsätzlich:

  • keine Überforderung, keine Konfrontation mit Defiziten   
  • "Trainiert" werden darf nur, solange es dem Menschen mit Demenz erkennbar Freude macht und die Trainingsinhalte seinem Krankheitsstadium angepasst sind (hier gibt es mittlerweile differenzierte Konzepte). 
  • Der an Demenz erkrankte Mensch kann generell nicht mehr Neues dazu lernen, sondern höchstens vorhandenes Wissen und vorhandene Fähigkeiten ein Stück weit bzw. eine Zeit lang bewahren und aktivieren!

5. Wie verhalte ich mich im Umgang mit einem Menschen mit Demenz?

5. Wie verhalte ich mich im Umgang mit einem Menschen mit Demenz?

Ein Menschen mit Demenz kann nicht mehr (neu) lernen bzw. flexibel und angemessen reagieren, daher müssen Sie sich auf ihn einstellen:

  • Kein Korrigieren, kein Bevormunden
  • Keine Konfrontation mit Defiziten und „Versagen“
  • Kein Diskutieren, Argumentieren – besser Ab- und Umlenken
  • Mitleben in der Welt des Betroffenen 
  • Anregung ja – Überforderung nein!
  • Kurze, klare, eindeutige Botschaften
  • Emotionale Wertschätzung
  • Freundlich bestimmte Führung

Eine ausführliche Beschreibung zum Thema "Umgang mit Menschen mit Demenz finden Sie hier, weitere hilfreiche Informationen finden Sie in unserer Literaturliste.

6. Verändern oder verlieren Menschen mit Demenz ihre Persönlichkeit?

6. Verändern oder verlieren Menschen mit Demenz ihre Persönlichkeit?

Ja – Menschen mit einer Demenz können sich im Verlauf ihrer Erkrankung persönlich sehr stark verändern.

So kann ein Mensch, der zeitlebens sehr umgänglich und freundlich war, plötzlich misstrauisch und aggressiv werden. Aber auch das Gegenteil kann eintreten – ein früher schwieriger und verschlossener Mensch kann als Demenzerkrankter sehr liebebedürftig und zugänglich sein bzw. werden.

Allerdings muss das nicht zwangsläufig so sein: jeder Menschen mit Demenz ist nicht nur demenzkrank, sondern eben ein Individuum mit einer ebenso individuellen Krankheitsentwicklung.

Im späteren Verlauf der Krankheit baut der Betroffene jedoch so stark ab, dass zwangsläufig auch von einem Verlust der Persönlichkeit gesprochen werden muss – das liegt nahe, nachdem die Persönlichkeit eines Menschen doch auch sehr stark von seinem Geist mit geprägt ist.

7. Muss ich einen Menschen mit Demenz mit seiner Erkrankung konfrontieren?

7. Muss ich einen Menschen mit Demenz mit seiner Erkrankung konfrontieren?

Zunächst einmal sind Menschen mit einer Demenz in der Frühphase sehr wohl noch in der Lage, für sich selbst zu sprechen und ihre Bedürfnisse und Anliegen zu vertreten. So ist es sicher richtig und sinnvoll, die Betroffenen grundsätzlich als noch weitgehend autonomen Menschen zu verstehen und anzusprechen. Dazu gehört auch ein möglichst offener Umgang mit wahrgenommenen Veränderungen und auch einer möglichen Demenzdiagnose.

Allerdings lösen Demenzerkrankungen auch beim Betroffenen selbst große Ängste aus, so dass eine Krankheitseinsicht meist verdrängt und verweigert wird. Dazu trägt nicht zuletzt auch die immer noch starke Tabuisierung der Krankheit und ihre negative Besetzung in der Gesellschaft bei. Je eher wir lernen, eine Demenzerkrankung als eine Krankheit wie andere auch anzunehmen, desto eher werden Angehörige und Betroffene auch dazu stehen können.

Sofern Betroffene also nicht mit starker Abwehr und großer Angst, sondern mit einer gewissen Offenheit auf ihre Erkrankung reagieren, können auch gemeinsame Planungs- und Entscheidungsprozesse gerade zu Beginn der Krankheit natürlich sehr sinnvoll und hilfreich sein. Hier ist aber immer ein Höchstmaß an Taktgefühl von Seiten der Angehörigen, aber auch von Seiten der Ärzte bzw. anderer Professioneller gefragt! 

8. Welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es?

8. Welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich gibt es medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieformen.

  • Die medikamentöse Behandlung beschränkt sich nach dem bisherigen Stand der Forschung leider nur auf Medikamente, die den weiteren geistigen Abbau im Verlauf der Krankheit für eine Weile hinauszögern bzw. verlangsamen können. Eine Heilung ist bisher noch nicht möglich.
  • Daneben lassen sich natürlich Begleitsymptome der Krankheit wie Depression oder Aggression medikamentös beeinflussen. Hier sollte aber immer erst sicher gestellt werden, dass die auffälligen oder schwierigen Verhaltensweisen des Menschen mit Demenz nicht aus einem unangemessenen Umgang mit ihm bzw. einem ungünstigen Lebensumfeld resultieren.
  • Im nicht-medikamentösen Bereich gibt es mittlerweile unzählige Therapieformen, die die Krankheit positiv beeinflussen und die Lebensqualität des Erkrankten steigern können. Sie tragen alle dem Umstand Rechnung, dass demenzerkrankte Menschen mit fortschreitender Erkrankung zwar immer weniger über den Verstand und die Sprache, dafür aber immer mehr über das Gefühl und über die Sinne anzusprechen sind. 
    An vorderster Stelle sind hier die Integrative Validation, Milieutherapie, Biographiearbeit und Erinnerungspflege, Musik- und Kunsttherapie sowie Beschäftigungs- und Ergotherapie zu nennen.

Weitere Informationen über die therapeutischen Möglichkeiten bei einer Demenzerkrankung erhalten Sie hier.

9. Gibt es Hilfen für mich als Angehörigen, für mich als Begleiter?

9. Gibt es Hilfen für mich als Angehörigen, für mich als Begleiter?

Hilfen in Form von Beratung und Unterstützung leisten

Konkrete Entlastung bei der Betreuung und Pflege bieten

10. Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Umzug ins Pflegeheim?

10. Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Umzug ins Pflegeheim?

Rund 2/3 aller an Demenz erkrankter Menschen werden zu Hause gepflegt - von Ehepartnern, die häufig ebenfalls bereits älter sind oder von ihren Kindern, die diese Aufgabe parallel und nicht selten zu Lasten der Familie, der eigenen Gesundheit oder der Berufstätigkeit leisten. 

In vielen Fällen kommt dann irgendwann der Zeitpunkt, wo diese häusliche Betreuung und Pflege auch mit Hilfe der diversen Unterstützungsangebote nicht mehr geleistet werden kann. Spätestens dann stellt sich die Frage eines Umzuges des Menschen mit Demenz in ein Pflegeheim. Für viele Angehörige ein Schritt, der mit zahlreichen Fragen und Unsicherheiten einhergeht.

Sie finden hier eine Broschüre von Günther Schwarz von der Demenzberatung der Evangelische Gesellschaft Stuttgart Antworten auf viele dieser Fragen. Sie sind hilfreich, wenn es darum geht, die richtige Entscheidung zu treffen - für sich und für den erkrankten Angehörigen.

11. Ergänzende Informationen zu Fragen aus der Beratung

11. Ergänzende Informationen zu Fragen aus der Beratung

Weitere ausführliche und ergänzende Infomationen zu den in diesem Kapitel behandelten Fragen erhalten Sie hier in einer Zusammenstellung von Günther Schwarz von der Alzheimer Beratung der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart.

Beratungstelefon 0711 / 24 84 96-63


Telefon © fotolia/Patrick PAZANNO

Schon vergessen?

Wir helfen weiter – kompetent und kostenlos!

Gerne auch per Mail an

beratung(at)alzheimer-bw.de


Nachhaltig Gutes tun?
Bitte unterstützen Sie die
Alzheimer Stiftung Baden-Württemberg.