
Aktuelles und Interessantes zum Thema Demenz in Fernsehen, Internet und Radio finden Sie hier.
Möchten Sie nachhaltig Gutes tun für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen? Dann unterstützen Sie bitte die Alzheimer Stiftung Baden-Württemberg!
Nähere Informationen finden Sie hier.
(auch in Kooperation)
In unserem Land leben und arbeiten viele Menschen, deren ursprüngliche Herkunft und Sprache eine andere als die deutsche ist.
Die erste Generation der "Gastarbeiter" hat, ebenso wie viele Aussiedler aus Osteuropa, mittlerweile das Rentenalter erreicht. Entgegen mancher Pläne und Träume leben viele Migranten auch im Alter dauerhaft in Deutschland.
Daraus ergeben sich für eine Gesellschaft ganz neue Aufgaben. Einerseits muss das Wissen um die Bedeutung von Alter, Pflege und Krankheit in den unterschiedlichen Herkunftskulturen wachsen, andererseits müssen in der Information, Beratung und Betreuung älterer Migranten auch neue Wege gefunden werden.
Sie finden im Folgenden Internetadressen, bei denen Sie erste Informationen über Alzheimer und weitere Demenzerkrankungen in anderen Sprachen erhalten.
Die Alzheimer Gesellschaft Australien bietet auf ihrer Website ausführliche Informationen in 25 Sprachen an:
Auf der Website von Alzheimer`s Disease International, dem Zusammenschluss von 73 nationalen Alzheimer Gesellschaften, finden Sie Links zu Webseiten dieser Organisationen.
Das Projekt "Demenz-Leitlinie" der Universitäten Freiburg und Hamburg bieten auf ihrer Website Informationen über Demenzen auch in türkisch und russisch an.
Das Angebot an Beratung und Unterstützung in anderen Sprachen im Bereich der Alzheimer Demenz ist in Deutschland regional noch sehr unterschiedlich weit entwickelt und befindet sich häufig erst im Aufbau.
Auch zu diesem Gebiet werden wir diese Seite kontinuierlich ausbauen. Wenn Ihnen Angebote, vor allem in Baden-Württemberg, bekannt sind, die hier noch nicht aufgeführt sind und die Sie für empfehlenswert halten, freuen wir uns, wenn Sie uns per Mail darüber informieren.
Um eine gesicherte Diagnostik zu erhalten, ist es empfehlenswert, eine sogenannte Gedächtnissprechstunde aufzusuchen.
Leider bieten nur wenige Gedächtnissprechstunden eine fremdsprachliche Untersuchung an. Eine Übersicht über diese Angebote finden Sie auf der Seite der Deutschen Hirnliga.
Eine weitere Gedächtnissprechstunde in türkischer Sprache, die dort nicht aufgeführt ist, finden Sie hier.
Türkisch:
Das Netzwerk Demenz der Akademie Südwest bietet für türkische und russische pflegende Angehörige Schulungen zum Thema Alzheimer und Demenzen an. Nähere Informationen erhalten Sie hier.
Die UPD ist ein Zusammenschluss von Sozialverband VdK Deutschland, Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbund unabhängige Patientenberatung. Sie bietet kostenlose Telefonberatung auch in türkisch und russisch an, sowie in Stuttgart persönliche Beratung in türkischer Sprache.
Die UPD ist nicht demenzspezifisch, sondern versteht sich als Wegweiser und Lotse durch das Gesundheitssystem.
Die Stadt Stuttgart listet auf ihrer Website die fremdsprachigen Arztpraxen und Pflegedienste in der Stadt auf. Sie finden diese Zusammenstellung hier.
Im Folgenden finden Sie Materialien, die sich mit Thema Demenz befassen, einen Bezug zu anderen Kulturen und Sprachen haben, aber über die reine Information und Beratung hinausgehen.
Ein Dokumentarfilm über das Leben mit Demenz in türkischstämmigen Familien
Inhalt
Der Film dokumentiert den Pflegealltag in zwei türkischen, in Deutschland lebenden Familien, die ihre an Alzheimer erkrankte Mutter bzw. Großmutter begleiten und pflegen. Eine der beiden Frauen befindet sich erst im Anfangsstadium der Krankheit, die andere ist bereits in hohem Maße pflegebedürftig.
In ruhigen, langen Einstellungen begleitet die Kamera den Pflegealltag in beiden Familien, zeigt aber auch in Nahaufnahmen berührende Momente der Nähe und Zugewandtheit. Gespräche mit den Töchtern und Enkelinnen gewähren einen Einblick in deren Gedanken und Gefühle und in ihre Kraftquellen.
Unser Kommentar
Erst langsam wird öffentlich wahrgenommen, dass auch Familien mit Migrationshintergrund mit der Diagnose Alzheimer konfrontiert sind. Wie erleben sie diese Situation, wie meistern die Familien den Pflegealltag? Der Film zeigt, welche Hürde es für die pflegenden Frauen bedeutet, mit nur geringen Deutschkenntnissen Informationen und vor allem finanzielle Unterstützung zu erhalten, die nicht angeboten wird, sondern beantragt werden muss. Der Film vermeidet die Verallgemeinerung, spricht aber auch ein besonderes Problem offen an: Die türkischen Männer haben sich – zumindest in den für den Film ausgesuchten Familien – aus der Verantwortung zurückgezogen und bringen kein Verständnis für diese Krankheit auf, die ihre Frauen so sehr verändert. Die Belastung bleibt bei den Töchtern und Enkeltöchtern. Der Film zeigt Probleme wie Aggression und Überlastung, aber auch ungewöhnlich unbefangene, körperliche Nähe und Zuwendung. Und es beeindruckt sehr, wie selbstverständlich die Frauen ihre belastende Aufgabe annehmen und erfüllen.
Der Film wurde in der jeweiligen Originalsprache gedreht und untertitelt. Er eignet sich gut als Einstieg, um mit pflegenden türkischen Frauen über ihre Situation – auch über ihre Ängste und Belastungen – ins Gespräch zu kommen.
Medienprojekt Wuppertal e.V. 2011, 56 Min. (+ Bonusmaterial 43 Min.), Bezug: www.medienprojekt-wuppertal.de

Ideensammlung mit Fokus Demenz
Senioren aus uns fremden Kulturen mit eigenen Gebräuchen, Vorstellungen und Bedürfnissen wahrzunehmen ist eine neue Herausforderung für AltenpflegerInnen. Vom Entschluss, ein Einrichtungskonzept kultursensibel zu ergänzen, bis hin zur professionellen Trauerbegleitung stellt die Autorin 20 praxisbezogene Leitfäden mit Checklisten zur gelingenden Interaktion mit Patienten und Angehörigen vor. Jeder Themenkreis beleuchtet zusätzlich die besondere Situation dementer Menschen unter kulturspezifischen Aspekten. Mit diesem Buch lernen Fach- und Führungskräfte, interkulturelle Handlungskompetenz zu entwickeln und die Chancen multikultureller Teams zu nutzen. Ein Fragebogen für ambulante Pflegedienste hilft, Strategieprozesse zu kultursensiblen Handlungsfeldern auszuarbeiten.
Reinhardt Verlag 2010, 223 Seiten, € 24,90, ISBN 978-3-497-02172-7