Dokumentationen

Auf dieser Seite finden Sie Dokumentarfilme, die das Leben und den Alltag einzelner oder mehrerer Menschen mit Demenz zeigen.

Beim Theaterspielen entdecken Menschen mit Demenz längst vergessene Fähigkeiten wieder: spielen, lachen, singen, kommunizieren und sogar improvisieren. Und ihre Angehörigen dürfen endlich entspannen und lernen, loszulassen. In der von der Alzheimervereinigung Kanton Zürich organisierten Theaterwoche im Herbst 2011 haben alle Teilnehmenden ein Stück Lebensqualität dazugewonnen. Marianne Pletschers Film begleitet zwei Paare vor und während der Ferien und zeigt beispielhaft auf, wie Kreativität für Menschen mit Demenz noch möglich und für ihre Angehörigen nötig ist.

Praesens-Film-AG, DVD, Schweiz 2012, Farbe, 49 Minuten, CHF 33,00 (€ 16,99]

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Ein Film über die Partnerschaft zweier Wissenschaftler, die familiäres und gesellschaftliches Leben in außerordentlicher Weise in Einklang bringen. Walter Jens gehört über Jahrzehnte zu den einflussreichsten Intellektuellen der Bundesrepublik Deutschland. Seine Frau, Inge Jens, vollbringt mit der Herausgabe der Thomas-Mann-Tagebücher eine bedeutende editorische Lebensleistung, die im erfolgreichen Spätwerk des Ehepaars mündet: Gemeinsam verfasst das Paar das Buch "Frau Thomas Mann".

Zwischen 2005 und 2006 tritt die Demenzerkrankung von Walter Jens verstärkt zu Tage. Zunächst stellt Walter Jens Sprach- und Erinnerungsausfälle in Gesprächen mit seiner Frau fest, bei einem der letzten öffentlichen Auftritte des Ehepaares während des Mozart-Requiems in Potsdam 2006 erkennt er vor großem Publikum den eigenen Text nicht mehr. Die Demenzerkrankung von Walter Jens wird zur letzten großen Herausforderung einer lebenslangen Beziehung. Inge Jens beginnt 2008 ihre Lebenserinnerungen aufzuschreiben, die der Rowohlt Verlag eigentlich von ihrem Mann erwartete.

Unsere Mutter hat Alzheimer

Ilse hat Alzheimer und Ihre Tochter Ulli begleitet sie mit der Kamera die letzten fünf Jahre ihres Lebens in den alltäglichen Situationen einer Demenzkranken. Im Mittelpunkt steht Ilse, sie lebt in Krems und wird betreut und versorgt von slowakischen Frauen. Durch die große Vertrautheit unter den Frauen kommt es zu fröhlichen und liebevollen Szenen. Der Film möchte vermitteln, wie man den Menschen in seiner Krankheit wahrnehmen, integrieren und in Liebe begegnen kann. Der Film zeigt auch, durch Kinder-, Jugend- und Familienfotos sowie Super 8-Filmmaterial, ein lebendiges Frauenporträt im Spiegel seiner Zeit.

Österreich 2010 Länge: 45 min

AGBW-Rezension

Ein Dokumentarfilm über das Leben mit Demenz in türkischstämmigen Familien

Der Film dokumentiert den Pflegealltag in zwei türkischen, in Deutschland lebenden Familien, die ihre an Alzheimer erkrankte Mutter bzw. Großmutter begleiten und pflegen. Eine der beiden Frauen befindet sich erst im Anfangsstadium der Krankheit, die andere ist bereits in hohem Maße pflegebedürftig. In ruhigen, langen Einstellungen begleitet die Kamera den Pflegealltag in beiden Familien, zeigt aber auch in Nahaufnahmen berührende Momente der Nähe und Zugewandtheit. Gespräche mit den Töchtern und Enkelinnen gewähren einen Einblick in deren Gedanken und Gefühle und in ihre Kraftquellen.

Unser Kommentar: Erst langsam wird öffentlich wahrgenommen, dass auch Familien mit Migrationshintergrund mit der Diagnose Alzheimer konfrontiert sind. Wie erleben sie diese Situation, wie meistern die Familien den Pflegealltag? Der Film zeigt, welche Hürde es für die pflegenden Frauen bedeutet, mit nur geringen Deutschkenntnissen Informationen und vor allem finanzielle Unterstützung zu erhalten, die nicht angeboten wird, sondern beantragt werden muss. Der Film vermeidet die Verallgemeinerung, spricht aber auch ein besonderes Problem offen an: Die türkischen Männer haben sich – zumindest in den für den Film ausgesuchten Familien – aus der Verantwortung zurückgezogen und bringen kein Verständnis für diese Krankheit auf, die ihre Frauen so sehr verändert. Die Belastung bleibt bei den Töchtern und Enkeltöchtern. Der Film zeigt Probleme wie Aggression und Überlastung, aber auch ungewöhnlich unbefangene, körperliche Nähe und Zuwendung. Und es beeindruckt sehr, wie selbstverständlich die Frauen ihre belastende Aufgabe annehmen und erfüllen. Der Film wurde in der jeweiligen Originalsprache gedreht und untertitelt. Er eignet sich gut als Einstieg, um mit pflegenden türkischen Frauen über ihre Situation – auch über ihre Ängste und Belastungen – ins Gespräch zu kommen.

Medienprojekt Wuppertal e.V. 2011, 56 Min. (+ Bonusmaterial 43 Min.),

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Ein Film über das Leben mit Demenz in russischstämmigen Familien

Der Film (in russischer Sprache mit deutschen Untertiteln) porträtiert drei russischsprachige Familien aus dem Ruhrgebiet, in denen jeweils ein Familienmitglied an Demenz erkrankt ist. Die Betroffenen sind unterschiedlich stark demenziell erkrankt und werden zu Hause von ihrer Ehefrau, ihrem Ehemann, ihren Töchtern oder Schwiegertöchtern gepflegt. Es ergibt sich bei den betroffenen Familien mit Zuwanderungsgeschichte ein besonderer Unterstützungsbedarf, da die deutsche Sprache im Laufe der Erkrankung vergessen wird. Erinnerungen aus der Heimat vermischen sich mit Ereignissen in Deutschland.

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Wie meine Mutter ihr Gedächtnis verlor und meine Eltern die Liebe neu entdeckten

Der Filmemacher David Sieveking hat in seinem neuen Film Vergiss mein nicht seine an Alzheimer Demenz erkrankte Mutter Gretel über anderthalb Jahre mit der Kamera begleitet. Entstanden ist dabei ein Film, der die Auswirkungen dieser Krankheit und die Mutter in ihrer zunehmenden Desorientierung und Pflegebedürftigkeit zeigt – klar, direkt, manchmal schonungslos, aber ihr dabei immer auf eine liebevolle Art ihre Würde belässt. Darüber hinaus ist der Film ein interessantes zeitgeschichtliches Portrait, waren doch beide Eltern, Gretel und Malte Sieveking, engagierte Sozialisten in den politischen Auseinandersetzungen der späten 1960er und in den 1970er-Jahren. Vergiss mein nicht – ein sehenswerter Film auch über Alzheimer, aber vor allem ein Film über die Liebe! Ein Film, der Mut macht, sich der Herausforderung Demenz zu stellen.

AGBW-Rezension 

Menschen mit Demenz melden sich zu Wort

In einigen Ländern haben Menschen mit einer Demenz damit begonnen, sich zu Wort zu melden. Sie haben sich organisiert, vertreten öffentlich ihre Interessen und werden bei Gesetzes- und anderen sie unmittelbar betreffenden Vorhaben gehört. Demenz Support Stuttgart und die Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg haben diese Zeichen aufgegriffen und im Januar 2010 die internationale Veranstaltung "Stimmig! Menschen mit Demenz bringen sich ein" ausgerichtet. Dort sprachen Betroffene über ihre Situation, ihre Erfahrungen und das gesprochen, was sie von der Gesellschaft brauchen und erwarten. Eine Filmklasse der Lazi-Akademie in Stuttgart hat zusammen mit dem Akademieleiter Ingo Lazi das Geschehen der beiden Konferenztage mit der Kamera begleitet. Hieraus entstand die Reflexion "Wege zum Leben".

Demenz Support Stuttgart 2010/11, Wege zum Leben – Veranstaltung Stimmig Basis-Edition, 300 min, 12,90 €.

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Zurück zu einem unbekannten Anfang an der Seite von fünf Alzheimerkranken und ihren pflegenden Angehörigen. Von der Großfamilie bis zum allein lebenden Ehepaar werden in diesem Film die alltäglichen Probleme, die emotionalen Herausforderungen, die körperlichen Leistungen und die Momente von Glück im Zusammenleben mit jenen Menschen porträtiert, deren Lebensrealität in andere, durchwegs unbekannte Bewusstseinsebenen eintaucht.

Neben dem 100-minütigen Dokumentarfilm enthält die Box eine weitere, 67-minütige DVD mit dem Titel "Leben mit Alzheimerkranken". Sie enthält Informationen zu Demenzen und zum Umgang mit Erkrankten.

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