Aktuell im TV

Montag, 30.04.2018, 23:40 Uhr, 3SAT

37 Grad: Das große Vergessen | Demenz bei jungen Menschen

Dokumentation Deutschland 2017

Erfolgreich, jung, beliebt. Und plötzlich verhaltensauffällig, unzuverlässig, apathisch? Die Familie ist ratlos. Bis sich herausstellt, dass Florian mit 37 Jahren an Demenz erkrankt ist. Der Vater von zwei kleinen Kindern ist Kreisjugendpfleger bei der Stadt Pforzheim, beliebt und umtriebig. Bis ihn seine Arbeit, seine Kollegen nicht mehr zu interessieren scheinen und er desorientiert wirkt. Am Ende unterschreibt Florian widerstandslos seine Kündigung. Die Eltern, seine Frau, die Schwester und Freunde stehen vor einem Rätsel, tippen zunächst auf Burnout oder Depression. Auf der Suche nach einer Diagnose beginnt für Florian eine monatelange Odyssee durch verschiedene Pflegeheime und Krankenhäuser bis in die Psychiatrie. Das Personal der psychiatrischen Klinik hat wenig Erfahrung mit jungen an Demenz erkrankten Patienten. Wie sich Monate später herausstellt, hat Florian eine besonders schnell fortschreitende "Frontotemporale Demenz".

(Text: tvtv.de)


Sonntag, 06.05.2018, 18:30 Uhr, HR

Die vergessliche Wohngemeinschaft
Reportage, Deutschland 2016

"Wir sind alles freie Leute", betont Marianne und blickt selbstbewusst auf ihre Mitbewohnerinnen am großen Esstisch, sechs Frauen. Die älteste ist 92 und ein Mann ist 61. Allein war die Witwe nicht mehr klargekommen, geisterte nachts durch die Stadt und über den Friedhof, wurde von der Polizei aufgegriffen. Schnell war klar: Diagnose Demenz. So ging es nicht weiter, fand auch ihr Sohn. Zufällig hatte der von dem neuen Projekt gelesen: Wohngemeinschaft im Statthaus Offenbach.

Seit zwei Jahren wohnt sie nun in der herrschaftlichen Gründerzeitvilla, trifft sich mit den Anderen im lichtdurchfluteten Wohnraum, kocht gemeinsam mit ihnen und kümmert sich um eine Mitbewohnerin, die das nicht mehr kann. Im Stockwerk darüber hat sie ihr Zimmer. Alle haben einen regulären Mietvertrag, den ihre Angehörigen für sie unterschrieben haben. Die haben auch gemeinsam einen Pflegedienst beauftragt, sodass rund um die Uhr Betreuungspersonal den alten Herrschaften hilft, den Alltag zu bewältigen. Das kostet nicht mehr als ein Platz im Heim.

(Text: tvtv.de)


Freitag, 11.05.2018, 02:25 Uhr, ARD

Stiller Abschied

Spielfilm, Deutschland 2012

Charlotte Brüggemann kann man als eine "Powerfrau" bezeichnen. Seit dem Tod ihres Mannes leitet sie die familieneigene Firma für luxuriöse Fertighäuser. Mit Anfang 70 denkt die ebenso attraktive wie resolute Dame nicht an Ruhestand. Ihr Sohn Markus würde als Mitinhaber schon gerne mehr Verantwortung tragen. Aber Charlotte hält die Zügel fest im Griff, wenn da nicht diese Aussetzer wären, die ihr seit Neuestem zu schaffen machen. Es beginnt mit Kleinigkeiten, die man noch amüsant finden kann: Mal steigt Charlotte in ein falsches Auto, mal kommt sie in Hauspantoffeln ins Büro. Doch es wird schlimmer. Immer öfter kann sie sich nicht mehr an alltägliche Begriffe erinnern, weiß bei Konferenzen plötzlich nicht mehr, worum es eigentlich geht, und fühlt sich in der Firma von allen Seiten hintergangen. Doch obwohl Charlotte sehr genau spürt, dass sie ihre Vergesslichkeit und ihre Aussetzer nicht nur dem Alter zuschreiben kann, verdrängt sie das Problem. Mit viel Mühe gelingt es ihr, ihre Umwelt über ihren Zustand hinwegzutäuschen. Ihr Sohn Markus und ihre ebenfalls erwachsene Tochter Sandra bemerken zwar die Veränderungen, wollen die Situation aber zunächst nicht wahrhaben. Erst Markus' neue Lebensgefährtin, die ausgebildete Krankenschwester Katrin, findet den Mut, die Dinge beim Namen zu nennen: Charlotte leidet an fortschreitender Demenz. Zunächst weist die stolze Charlotte jeden Verdacht einer Erkrankung von sich, reagiert spöttisch und aggressiv auf die Hilfsangebote ihrer Kinder. Zugleich werden ihre Aussetzer und Angstzustände immer dramatischer, ihr seelischer Zustand immer labiler. Doch Markus, Sandra und Katrin sind machtlos: Charlotte kann nur geholfen werden, wenn sie selbst es zulässt.

(Text: tvtv.de)