Theaterstücke über das Thema Demenz

Wenn Sie über eines der Theaterstücke mehr wissen wollen, dann klicken Sie bitte die entsprechende Titelzeile an.

Thomas Borggrefe ist Schauspieler und Theologe. Er arbeitet u.a. als Seelsorger in einem "Pflegehaus" für Demenzkranke in Nieuwegein/Niederlande.

Er bietet mehrere Stücke zum Thema Demenz an:

Dachstube: Ein Dirigent ist demenzkrank: Er dirigiert, er sucht seine Partitur, er ist verwirrt, er sucht in seiner Erinnerung, und immer wieder ist es die Musik, die ihn festhält und unterstützt … er bleibt Dirigent.

"Dachstube" ist eine Theatervorstellung mit Texten, Musik, Heiterkeit und Schwere über den Prozess der Demenz.

Der Kreisel: Ein Mann wird dement. Er lebt immer mehr in seiner eigenen Wirklichkeit. Sein Sohn kämpft mit ihm. Wie kann er in die Welt seines Vaters gelangen?

Die Theatervorstellung beleuchtet den Prozess der Demenz und führt die Zuschauer in die Erlebniswelt eines Menschen mit Demenz.

Zweimaleins: Eine Liebesgeschichte: Das Stück beleuchtet die Gefühlswelt einer Lehrerin, die an Demenz erkrankt und den Prozess ihres Ehemannes, der sie begleitet. In welcher Welt lebt sie? Wie kann er auf sie eingehen? Wie verändert sich die Beziehung zwischen Mann und Frau? Beide kämpfen in diesem Prozess umeinander. Kann er liebevoll mit ihr in Verbindung bleiben, was versteht sie noch, was ist die Grenze seiner Belastbarkeit?

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Ein Schauspiel über das Vergessen, die Liebe und was bleibt.

Was genau ist "Demenz"? Trifft es nur "alte" Menschen? Oder ist nicht die Frage erlaubt, was Alter eigentlich ist und was einen vor den unangenehmen Folgeerscheinungen, die das Leben und insbesondere das Älterwerden mit sich bringt, schützen kann. Udo Jürgen sang einst "Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an". Doch was tun, wenn einen die Demenz gerade in den so beschriebenen "besten Jahren" heimsucht?

Mit  diesen  Fragen  beschäftigt  sich das Stück  "Dementieren zwecklos" von Uwe Spille und Britta Dumke-Martin als Moderatoren und in Zwischenszenen als älteres Ehepaar oben genannten Fragen  nach,  geben  nicht  immer bequeme  Antworten  oder  stehen selbst vor der Frage, was man im Angesicht des Älterwerden tun kann.

Oder sie stehen selbst vor der Frage, was man angesichts des zukünftigen Älterwerden tun kann um ein Leben zu führen, das auch im Moment der Pflegebedürftigkeit immer noch würdig geführt werden kann, ohne gleich zum Giftbecher greifen zu wollen.

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Wortkino ist eine Theaterbühne in Stuttgart, die unter anderem mehrere Stücke zum Thema Alter und Demenz im Programm hat. Dein Theater nennt sich das "Theater auf Bestellung" des Wortkinos, das mit denselben Stücken für einen Auftritt gebucht werden kann, z.B. in Heimen, für bettlägerige Menschen, auf Fachtagen usw.

"Dein Theater, Theater auf Bestellung tritt in jedem Raum auf. In der guten Stube, im Krankenzimmer, Treppenhaus, auf der Terrasse, im Boot, in einer Kapelle, im Garten, Museum, Lokal. Wir kommen einfach zu Ihrem Weinfest, Schlachtfest, Jahresfest ...".

Mehr über das Programm von Dein Theater für Senioren und über das Alter finden Sie hier, über das Wortkino hier.

Eine szenische Lesung des Buches von Arno Geiger mit Achim Conrad und Thomas Zieler

Arno Geiger hat ein tief berührendes Buch über seinen Vater geschrieben, der trotz seiner Alzheimerkrankheit mit Vitalität, Witz und Klugheit beeindruckt. Die Krankheit löst langsam seine Erinnerung und seine Orientierung in der Gegenwart auf, lässt sein Leben abhandenkommen. Arno Geiger erzählt, wie er nochmals Freundschaft mit seinem Vater schließt und ihn viele Jahre begleitet. In nur scheinbar sinnlosen und oft so wunderbar poetischen Sätzen entdeckt er, dass es auch im Alter in der Person des Vaters noch alles gibt: Charme, Witz, Selbstbewusstsein und Würde. Arno Geigers Buch ist lebendig, oft komisch. In seiner tief berührenden Geschichte erzählt er von einem Leben, das es immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden.

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Szenische Lesung von Ulrike Hofmann

"Wie heißen Sie?"
"Auguste"
"Familienname?"
"Auguste"
"Wie heißt Ihr Mann?"
"Ich glaube Auguste"

1901 legte der Arzt und Hirnforscher Alois Alzheimer eine Krankenakte über einen medizinischen Fall an, der seine Neugierde und seinen Forschergeist weckte. Seine Patientin Auguste Deter zeigt Symptome, die er vorher noch nie beobachtet hatte. Weder in Untersuchungen, noch in langen Gesprächen kommt er der Krankheit auf die Spur. Erst nach ihrem Tod gewinnt er Sicherheit über die bis dahin rätselhafte Krankheit, die seinen Namen erhalten wird. Als die Akte 1997, nach hundert Jahren, wieder gefunden wurde, sorgte der Fall Auguste erneut für Aufsehen, denn die von Alzheimer entdeckte Krankheit hatte inzwischen "Karriere" gemacht.

Auf Grundlage der Biographie "Alzheimer" von Konrad und Ulrike Maurer hat Ulrike Hofmann ein Stück geschrieben, das nicht nur ein Porträt der Krankheit zeichnet, sondern auch Einblick gibt in die damaligen "Irrenanstalten" und die Methoden der Hirnforscher zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts.

Kernstück des Theaterstückes sind die Dialoge zwischen Alzheimer und Auguste, die in ihrer Unmittelbarkeit auch heute noch berühren.
(Text: Theaterverlag Hofmann-Paul)

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Wer alles weiß, kann lange leben, denkt der Fuchs, und lebt ein langes Leben voller Abenteuer. Ein trickreicher Jäger, ein stolzes Vorbild für die jungen Füchse, die wissbegierig seinen Geschichten lauschen. Der Fuchs wird alt, bekommt weiße Barthaare, ein paar Narben hier und da und wird auch ein bisschen vergesslich. Dann ziemlich vergesslich und sogar ganz arg vergesslich. Bis er vergisst, dass er ein Fuchs ist. Ein letztes Mal entkommt er den gefährlichen Jägerhunden. Die jungen Füchse finden und pflegen ihn. Und auch wenn sie ihm seinen Verstand nicht wiedergeben können, so fühlt er sich doch geliebt und geborgen.

Nach dem preisgekrönten Buch von Martin Baltscheit. Theater für Kinder ab ca. 6 Jahren.

Wird regelmäßig von verschiedenen Theatern, Schauspielern und Puppenspielern angeboten.

Theaterstück von Joop Admiral

Wie jeden Sonntag macht sich ein schon leicht angegrauter Sohn auf, seine an Alzheimer erkrankte Mutter im Pflegeheim zu besuchen. Unterwegs berichtet er von seinen Problemen und seiner Kindheit. Dort angekommen, beugt er sich über ein leeres Bett und spricht mit seiner imaginären Mutter, die, von ihm selbst gesprochen, mit zittriger Stimme antwortet. Seine Mutter bittet ihn, sie für den Sonntagsspaziergang anzukleiden. Vor den Augen des Publikums zieht Joop seine Kleidung aus und die seiner Mutter an. Er verwandelt sich in eine gebrechliche alte Frau, die ohne Hilfe ihres Sohnes nicht einmal mehr in der Lage ist, ihre Schuhe anzuziehen. (Quelle: www.andreas-klaue.de)

Das Stück wird von mehreren Schauspielern und auch einer Schauspielerin angeboten, unter anderem in der Region Stuttgart von Andreas Klaue.

Auch die Kölner Theater movingtheatre (www.movingtheatre.de) und D.a.S. Theater (www.dastheaterkoeln.de) haben das Stück im Programm.

Der bekannte Spielfilm mit Till Schweiger und Dieter Hallervorden wird mittlerweile auch an vielen Theatern in Deutschland als Bühnenstück gespielt.

Für nähere Informationen geben Sie bitte in Ihre Internetsuche Honig im Kopf Theater ein.

Theater- und Chansonprogramm von und mit Petra Afonin

Petra Afonin unterteilt ihr Theater- und Chansonprogramm in zwei Hälften: während im ersten Teil die 75-jährige "Gundel" über ihr Leben erzählt und dabei ihr Vortrag immer konfuser wird, schlüpft Petra Afonin im zweiten Teil der Aufführung in die Rolle pflegender Angehöriger und erzählt von deren Erfahrungen.

Begleitet wird sie dabei von Susanne Hinkelbein und Simone Witt am Klavier, die nicht nur die Chansons begleiten, sondern auch während des Monologes von "Gundel" den einen oder anderen musikalischen Impuls setzen.

Petra Afonin hat für ihr Stück intensiv in Seniorenwohnstätten, der Gerontopsychiatrie, in Angehörigengruppen, privaten Familien, bei professionellem Pflegepersonal und in Beratungsstellen recherchiert, so dass die Texte eine hohe Authentizität haben. 

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Das Stück erzählt liebevoll die Geschichte einer Mutter-Tochter Beziehung, die durch die Erkrankung der Mutter an Demenz auf die Probe gestellt wird. Mit anfänglichem Optimismus entscheidet sich Hannah, ihre Mutter zu pflegen. Die ersten Anzeichen der Demenzerkrankung erleben die beiden auf humorvolle Weise, komische Situationen entstehen, so manches Geheimnis der Mutter wird gelüftet. Altes neu verarbeitet.

Doch bis zum "bitteren Ende" machen beide auch die Abgründe der Demenzerkrankung durch. Und so finden sie erst zuletzt einen Weg versöhnlich Abschied zu nehmen. Die Erinnerungen der Mutter sind verblasst, aber am Totenbett bleibt Hannah mit dem Satz "Aber keine Angst, ich erinnere mich, Mama. Ich erinnere mich genau" zurück.

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Eine theatrale Auseinandersetzung mit Demenz und Alzheimer

Die Küche brennt.
Die Mutter lächelt.
Der Sohn delegiert.
Die Tochter massiert.
Die Schwiegertochter rennt.

Vergesslich – verwirrt – verloren

  • Was, wenn Eltern nicht mehr alleine gelassen werden können?
  • Wie können Angehörige damit umgehen?
  • Was und wie viel können Pflegende überhaupt leisten?
  • Wie können Menschen mit Demenz betreut werden und dabei ihre Würde behalten?

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Ein Theaterstück von und mit Katja Baumann

Im Mittelpunkt steht der demente Herr Wilhelm Grimm, der einsam und verwahrlost in seinem Haus wohnt. Er lebt in den Erinnerungen an seinen verstorbenen Bruder Jakob und an ihre wunderbaren Märchen. Die ambulante Haushaltshilfe Johanna Jöhri leistet voller Ungeduld Dienst bei ihm. Mit Unverständnis begegnet sie der grimmschen Vergesslichkeit. Eine witzige und skurrile Geschichte zweier Menschen, die auf ergreifende Weise zueinander finden.

Kontakt: www.nordart.ch

Ein berührendes Stück über einen alten Mann, der an Alzheimer erkrankt ist.

André, achtzig, Witwer, Vater von zwei Töchtern, merkt, dass sich etwas verändert – es verschwinden Sachen, er versteckt Gegenstände, er fühlt sich bedroht, verfolgt, er verliert die zeitliche und räumliche Orientierung: "Irgendetwas Seltsames passiert. Als hätte ich kleine Löcher. Im Gedächtnis. Kriegt keiner mit. Winzig klein. Mit bloßem Auge nicht zu sehen. Aber ich, ich spüre es ..."

Noch lebt er allein in seiner Pariser Wohnung, versucht vor Anne, seiner älteren Tochter, den Eindruck aufrechtzuerhalten, alles sei in Ordnung, wobei es ganz offensichtlich ist, dass er allein nicht mehr zurechtkommen kann. Also organisiert sie für ihn Pflegehilfen, mit denen sich aber dieser stolze und seine Würde behauptende alte Mann ständig zerstreitet.Und nun will sie mit ihrem neuen Lebenspartner nach London gehen. Was tun? Wie vorgehen?

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Ein Theaterstück von Daniel Call

Anna, eine Frau über 40, nach 20jähriger Ehe geschieden, trifft auf Kaspar, einen Mann über 40, nach 20jähriger Ehe geschieden. Eine Hassliebe auf den ersten Blick. Kaspar, der brillante Querkopf, der nur so sprüht von schlagfertigem Sarkasmus, versucht Anna, die Frau im roten Kleid, zu beeindrucken. Das geht zunächst daneben.

Aber irgendetwas fasziniert sie an ihm. Sie lässt sich von ihm umwerben, sucht nach Gemeinsamkeiten. Jede Gemeinsamkeit wird von den beiden ergriffen wie das Rettungsboot eines untergehenden Schiffes. Zwischen den beiden ungleichen Menschen entsteht eine intensive Liebesbeziehung. Anna gibt nach 12 Jahren endlich Kaspars Drängen nach und willigt in die Ehe ein.

Da ist bei Kaspar schon der beginnende Alzheimer diagnostiziert. Anna pflegt Kaspar, betrachtet ihn, wie er weniger und weniger wird, opfert sich auf und übernimmt seine Rolle. Als es schon beinahe zu spät ist, die Kinder (ihre Tochter, sein Sohn) ihre Isolation wie Grabwächter betreuen, findet Anna den Weg zurück ins Leben.

Wege mit Dir beschreibt die 20 Jahre währende, über den geistigen Verfall hinaus bestehende Liebe zweier Menschen, die sich begegnen, als sie bereits ein Alter haben, in dem sie einander nichts mehr beweisen müssen.

Das Stück ist eine in schlichtem Ton gehaltene, anrührende Tragikomödie, so heiter und so ernst, so witzig und so todtraurig wie das Leben selbst.

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Theater spielen mit Menschen mit Demenz

Wie Sie feststellen konnten, gibt es Theaterstücke über das Thema Alzheimer und Demenz mittlerweile einige. Doch Theaterstücke, in denen Menschen mit Demenz eine tragende Rolle spielen? Macht das Sinn und vor allem: Kann das gelingen? Durchaus, wie die folgenden Artikel zeigen:

"Die schöne Zeit geht wieder heim"
(Teil 1 / alzheimeraktuell 3/2011)
Ein Konstanzer Theaterprojekt von Menschen mit und ohne Demenz.

"Die schöne Zeit geht wieder heim"
(Teil 2 / alzheimeraktuell 4/2011)
Ein Konstanzer Theaterprojekt von Menschen mit und ohne Demenz.

"Erinnerungen daran bleiben"
(alzheimeraktuell 4/2011)
Ein Theaterprojekt mit Menschen mit Demenz in Lörrach.