Was sind ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz?

Familienähnliche Atmosphäre

Ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz haben den Anspruch, ein kleines und geschütztes Angebot mit möglichst familienähnlicher Atmosphäre umzusetzen.

Angehörige und bürgerschaftlich Engagierte als Anbieter

Bei Wohngemeinschaftsprojekten im Sinne einer Auftraggebergemeinschaft sind die Bewohnerinnen und Bewohner autonome Mieter, die selbst bzw. ihre Angehörigen ihren Pflegedienst wählen können und auch über die Aufnahme neuer Bewohner entscheiden. Es gibt hier keinen Träger, sondern eben eine Auftraggebergemeinschaft, die von Angehörigen oder bürgerschaftlich Engagierten gebildet wird. Sie treffen demnach alle wichtigen Entscheidungen, die Angehörigen arbeiten in aller Regel auch aktiv in der jeweiligen Wohngemeinschaft mit.

Hier gilt das Prinzip der "geteilten Verantwortung" zwischen Angehörigen bzw. bürgerschaftlich Engagierten und den gesetzlichen Betreuern, den Pflegediensten sowie dem Vermieter. Von daher verstehen sich ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz insgesamt bewusst nicht als stationäre Einrichtung, sondern als ambulantes Angebot im privaten Bereich.

Zu wenig Angebote trotz steigender Nachfrage

Bislang zählte Baden-Württemberg noch zu den Schlusslichtern im Bereich der ambulant betreuten Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz, was unter anderem an den hohen Verwaltungshürden lag. Mittlerweile wurde das frühere Landesheimgesetz durch das Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz ersetzt, das zum 01.01.2014 in Kraft getreten ist und unter anderem den Aufbau und Betrieb von ambulant betreuten Wohngemeinschaften konstruktiv fördern will.

Wohnprojekte im Aufbau

Es gibt inzwischen viele Dienste und Initiativen, die sich zur Entwicklung und Gründung solcher Wohnprojekte auf den Weg gemacht haben. Einige verfügen über viel Erfahrung, was dabei zu berücksichtigen ist und wie mit Schwierigkeiten umgegangen werden kann. Andere sind noch "in den Kinderschuhen" und brauchen für die vielfältigen Regelungen und konzeptionellen Überlegungen einer ambulanten Demenz-WG Unterstützung und Begleitung.

Hier gibt es inzwischen verschiedene Anlaufstellen:

Hilfe beim Aufbau
Seit Anfang 2015 gibt es die FaWo (Fachstelle für ambulant unterstützte Wohnformen) in Stuttgart, angesiedelt beim KVJS (Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg). Sie hat die Aufgabe, landesweit die WG-Tätigkeiten zu erfassen, zu informieren, Aktive zu vernetzen, zu beraten und die Wohnform ABWG bekannter zu machen und zu etablieren.

Kooperation und Austausch der einzelnen Initiativen

  • Seit 2007 laden wir im Rahmen unserer DemenzDialoge Initiatoren und Betreiber von ambulant betreuten Demenz-Wohngemeinschaften zu jährlichen Austauschtreffen auf Landesebene ein. Weitere Informationen, Termine und die Möglichkeit zur Onlineanmeldung finden Sie hier.
  • Ergänzende und ausführliche allgemeine Informationen finden Sie auf der sehr guten Internetseite "WG-Qualität".  
  • 2015 hat sich Landesarbeitsgemeinschaft ambulant betreuter Wohngemeinschaften (LABEWO) gegründet. 16 Initiatoren aus allen Landesteilen setzen sich für den Aufbau, die Förderung und die Sicherung ambulant betreuter Wohngemeinschaften ein.

Wohngemeinschaften sind Privathaushalte!

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dieser Wohnform im Gegensatz zu Pflegeheimen ganz bewusst um "private Häuslichkeit" handelt. Wenn Sie sich für eine Wohngemeinschaft interessieren, vereinbaren Sie bitte vorab einen Termin, an dem Sie sich informieren und der Wohngemeinschaft einen Besuch abstatten können.

Informationen und Kontaktadressen 

Informationen und Kontaktadressen zu den einzelnen Wohn- und Hausgemeinschaften für Menschen mit Demenz in Baden-Württemberg erhalten Sie hier.

Wollen Sie direkt auf die Seite mit den Kontaktdaten der Wohngemeinschaften in Planung und Aufbau, klicken Sie bitte hier.

Literatur

Gute Hilfestellung bei der Planung einer Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz gibt das Praxishandbuch "Es selbst in die Hand nehmen". Mehr Informationen zu diesem Buch finden Sie hier.