Eine Demenzerkrankung kann heute relativ früh und nahezu eindeutig diagnostiziert werden. Das bietet Betroffenen und Angehörigen die Chance, sich möglichst früh mit der Erkrankung und ihren Folgen auseinanderzusetzen. Eine klare Diagnose und gute Information vorausgesetzt, können Angehörige und zum Teil auch Betroffene bewusst und aktiv mit der Erkrankung umgehen und ihre Zukunft planen.

1. Diagnose einer Demenz

Die Diagnose wird vom Facharzt/der Fachärztin, d.h. Neurologen/Neurologin bzw. Psychiater*in gestellt. Auch ein/e geschulter Hausarzt/Hausärztin kann selbstverständlich diagnostische Aussagen treffen, aber verfügt in der Regel nicht über die evtl. erforderlichen Apparate (z.B. bildgebende Untersuchungen wie Computertomographie).

Der Arzt/die Ärztin führt zunächst ein Gespräch mit dem/der Patienten/Patientin und stellt anhand zusätzlicher Tests fest, ob eine Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit vorliegt.

Der Arzt/die Ärztin sollte unbedingt auch mit den Angehörigen sprechen, da sie den Betroffenen meist am besten kennen. Außerdem stellen Menschen mit Demenz sich und ihre Fähigkeiten nach außen hin oft verblüffend anders dar, als es zu Hause der Fall ist. Angehörige sollten von daher auf jeden Fall den Kontakt zum/zur untersuchenden und behandelnden Arzt/Ärztin suchen, allerdings größten Wert auf ein taktvolles Vorgehen legen. Auch ein fortgeschritten demenziell erkrankter Mensch nimmt Abwertung, Ungeduld und Ärger sehr wohl wahr!

Zur Diagnose einer Demenz müssen zusätzlich zu einer Störung des Gedächtnisses weitere Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit aus einem oder mehreren Bereichen vorliegen, die eine nachlassende Bewältigung des Alltags bedingen:

  • Sprache
  • Handeln
  • Erkennen
  • Planen, Organisieren, Einhalten einer Reihenfolge, Abstrahieren

In der Regel werden standardisierte Testverfahren eingesetzt, um vorhandene Defizite möglichst genau zu erfassen.

2. Diagnose der Alzheimer Demenz

Bis heute geschieht die Differenzierung der Demenzdiagnose über eine Ausschlussdiagnose, d.h. vergleichbare Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden. Das muss schon deswegen sein, weil ein Teil der Demenzerkrankungen – leider eben nicht die Alzheimer Demenz – doch ursächlich behandelbar bzw. heilbar ist.

Typisch für eine Alzheimer Demenz sind folgende Merkmale:

  • schleichender Beginn und langsame Verschlechterung der geistigen Fähigkeiten
  • keine körperlichen Beschwerden in den ersten Krankheitsjahren
  • Gedächtniseinbußen als auffälligste Störung der geistigen Funktionen

Zur exakten Diagnose gehören folgende Elemente:

  • Persönliches Gespräch und Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte)
  • kognitive Tests
  • körperliche Untersuchung inkl. Labor
  • bildgebende Verfahren

Letzte Gewissheit ergibt sich allerdings erst nach dem Tod durch die mikroskopische Beurteilung der Hirnveränderungen.

3. Berücksichtigung der individuellen Persönlichkeit und Biographie

Jeder an einer Demenz erkrankte Mensch ist ein Individuum und sollte als solches auch erkannt und behandelt werden. Menschen mit einer Demenz haben Probleme und Defizite, aber auch Fähigkeiten und Ressourcen. Insofern sollte eine gute, umfassende Diagnose auch z.B. die folgenden Aspekte mit einbeziehen:

  • Unruhezustände
  • Antriebsarmut
  • Aggressivität, Feindseligkeit
  • Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus
  • depressive Verstimmungen
  • wahnhafte Überzeugungen und Sinnestäuschungen
  • biographische Besonderheiten
  • soziale und kommunikative Fähigkeiten
  • praktische Fertigkeiten

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